Kleine Orgelkunde

Die Geschichte der Orgel läßt sich bis ins 3. Jahrhundert vor Christus zurück verfolgen. Damals gab es bereits ein orgelähnliches Instrument, bei dem der Windruck durch Wasserverschluss reguliert wurde. Später wurden für den Wind Bälge aus Tierhäuten benutzt. Verwendung fand die Orgel zunächst aber an Königshöfen. Seit dem 10. Jahrhundert wurde die Orgel in Kirchen verwendet. Im 17. und 18. Jahrhundert erreichte der Orgelbau die Hochblüte mit berühmten Orgelbauern wie A. Schnittger, G. Silbermann, Z. Hildebrandt, die sehr vielseitige Klangmöglichkeiten der Orgel prägten, aber auch handwerklich Meisterwerke vollbrachten. Im 19. Jahrhundert drohte der orgelspezifische Klang durch die Nachahmung des Orchesters und dessen Expressivität verloren zu gehen. In dieser Zeit entstanden Orgelwerke mit mehr als 100 Registern was durch baulich bedingte Neuerungen hervorgerufen worden war. Bedeutende Orgelbauer des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, in dem sog. "romantische Orgeln" gebaut wurden, sind F. Ladegast,A. Cavaillé-Coll, E. F. Walcker, W. Sauer. Im 20. Jahrhundert kam es zu sehr verschieden Auffassungen über den Orgelbau. Zum einen wurden die romantischen Orgeln ("Orchesterorgeln") den Orgeln der Barock-Zeit gegenübergestellt und teilweise "barockisiert", d. h. viele romantische Register wurden gegen neobarocke ausgetauscht, zum anderen wurde damit der ausgewogene Gesamtklang der romantischen Orgeln unwiederbringlich verändert und viele Orgelwerke zerstört. Im zeitgenössischen Orgelbau lassen sich mehrere Richtungen beobachten: Eine betrachtet die Orgel als historisches Instrument und orientiert sich bei Neubauten an einem bestimmten historischen Baustil; andere Orgelbauer sehen zeitgemäßen Orgelstil in der Synthese verschiedenster Stilmerkmale unter Einbeziehung modernster Technologien. Dabei entstanden Orgel die von ihrer Disposition aus gesehen die Interpretation von Orgelmusik aus allen Epochen ermöglichen. Wiederum entstehen auch Orgeln, die sich in ihrem Klang an die romantische Orgel anlehnen und vornehmlich nur die Interpretation romantischer Orgelmusik erlauben. Bedeutende Orgelbaufirmen des 20. Jahrhunderts sind Schuke, Jehmlich, Eule, Klais, Rieger, Oberlinger.
         

Pfeifenwerk: Die Tonerzeugung der Orgel erfolgt über Pfeifen, die jeweils in Tonleiterreihen zu Registern mit unterschiedlichen Klangfarben zusammengefaßt sind. Je nach Bauart wird unterschieden zwischen Labial- oder Lippenpfeifen, mit der Tonerzeugung wie bei der Flöte, Lingual- oder Zungenpfeifen, mit Aufschlagzungen wie bei der Klarinette, und gedackten Pfeifen, die oben geschlossen sind und eine Oktave tiefer klingen als offene Pfeifen gleicher Größe.

Regierwerk: Die Verbindung zwischen dem Spieltisch oder Spielschrank mit Manualen und Pedalen (Tastatur für Hände und Füße), Registerzüge und dem Pfeifenwerk erfolgt über eine mechanische oder elektrische Zugvorrichtung (Traktur).

Windwerk: Um die Luftsäulen in den Pfeifen in Schwingung zu versetzen, wird durch einen Blasebalg bzw. ein elektrisches Gebläse ein Luftstrom erzeugt und in die Windkammern geleitet, auf denen die Pfeifen in beweglichen Leisten stehen. Dieses System wird je nach Mechanik als Schleif-, Kegel-, oder Springlade bezeichnet.

         
Das Oberwerk (2. Manual):

Die einzelnen Register der Orgel werden zusammengefaßt  in sog. Werken und einem bestimmten Manual, sowie dem Pedal zugeordnet. Dabei besitzt jedes Werk seine eigene charakteristische Klanggestallt. Untereinander können die einzelnen Werke über eine Koppel miteinander verbunden werden um entweder einen bestimmten Klang zu erhalten oder den Gesamtklang der Orgel zu vergrößern.                                                                 

 

 

Die Traktur:

Die Verbindung zwischen Tastatur und Pfeifen erfolgt über Die Traktur. Dabei wird das äußerst dünne Holzbrett zwischen Taste und Pfeife als Abstrakte bezeichnet.

Posaune 16´:

Die Posaune 16´ist ein Register im Pedalwerk. Diese Pfeifen gehören zur Gruppe der Lingual- bzw. Zungenstimmen. 

 

Das Prospekt:

Der geringste Teil an Orgelpfeifen ist im Prospekt, der Vorderfront der Orgel, sichtbar. Diese sichtbaren Pfeifen machen nur 5 bis 10 % des tatsächlichen Pfeifenvolumens der Orgel aus.

 

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