Theodor Fontane 

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Am 30. Dezember 1819 wurde Theodor Fontane in Neuruppin in der Mark Brandenburg geboren. Nach dem Besuch mehrerer Schulen wollte er - wie sein Vater -  den Beruf eines Apothekers ergreifen und trat mit 16 Jahren als Lehrling in eine Apotheke ein. Erst 1849, 30jährig, begann er sich der Schriftstellerei zu widmen. Als er 1852 seine zweite Reise nach England unternahm, er war im Jahre 1844 schon einmal auf der britischen Insel gewesen, um die altenglische Balladenliteratur zu studieren, entstand "Ein Sommer in London". Ein dritter Aufenthalt in England diente "dem Studium der englischen Literatur, dem Theater und der Kunst überhaupt". In jener Zeit schrieb er "Aus England, Studien und Briefe" und "Jenseits des Tweed, Bilder und Briefe aus Schottland".

 

Zehn Jahre lang war Fontane Redakteur des englischen Teils der "Neuen Preußischen Zeitung". In diesen Jahren reiste er durch seine Heimat, die Mark Brandenburg und so entstanden die "Wanderungen durch die Mark Brandenburg".

1870 war Fontane auf dem Kriegsschauplatz in Frankreich, wurde gefangengenommen und erst nach drei Monaten wieder freigelassen. Er schilderte seine Erlebnisse der Gefangenschaft in "Kriegsgefangen, Erlebtes 1870", "Aus den Tagen der Okkupation, eine Osterreise durch Nordfrankreich und Elsaß - Lothringen", und "Der Krieg gegen Frankreich 1870/71".

 

 
Im Jahre 1891 erhielt Fontane vom deutschen Kaiser eine Prämie von 3000 Mark, weil der Schillerpreis nicht vergeben werden konnte. Erst im Alter gelangte der Dichter zu seinen großen Erfolgen. Seine "Balladen" zeichnen sich durch "große Kraft in knappster sprachlicher Form" aus. Da seine Lyrik spröde und weich zugleich ist, trifft sie oft den Soldatenton so gut.

"Sein origineller Prosastil von trefflicher Anschaulichkeit ist natürlich und farbenreich. Fontane erzählt rücksichtslos und doch voller Gemüt. Er wird herb, um auf keinen Fall sentimental zu erscheinen".
In seinen Erzählungen hat er alle Gesellschaftsschichten geschildert. Davon sind es wert genannt zu werden: "Grete Minde", "Ellernklipp", "L´Adultera" und "Schach von Wuthenow" als Novellen, "Vor dem Sturm", "Graf Petófy" und "Frau Jenny Treibel" sowie "Effi Briest" als Romane. Er verfasste außerdem Plaudereien und kleine Geschichten. Er hinterließ der Nachwelt den autobiographischen Roman "Meine Kinderjahre". In zwölf Bänden sind die "Gesammelten Romane und Novellen" Fontanes erschienen. Die bekanntesten Balladen sind "Archibald Douglas" und "John Maynard".

 

Fontane trat "unvoreingenommen und mit außergewöhnlichem Scharfsinn" an die Stoffe heran. Zustandsschilderungen und treffende Dialoge sind die Kunstmittel seines realistischen Stils. er nahm schon an der Zeitströmung des Naturalismus teil, indem er durchschnittliche Charaktere in seinen Werken schildert. Er hebt besonders das Unscheinbare hervor. Aber eines unterscheidet ihn von den anderen Naturalisten: er hebt nicht das Häßliche hervor. Die meisten seiner Gestaltengehorchen als "echte Preußen" ihrer Pflicht und leiden unter Entsagung.

 

Im Dezember  1844 verlobte er sich mit seiner Jugendfreundin Emilie Rouanet. Nachdem er 1850 geheiratet hatte, waren die ersten Ehejahre besonders schwer, denn das Zusammenleben litt unter der Ruhelosigkeit Fontanes, die sich mit den damaligen bürgerlichen Gewohnheiten nicht vertrug. Trotzdem hielt die Verbindung, welcher mit Kindern reich gesegnet war und hatte bis ins hohe Alter Bestand.

 

Im Alter von 79 Jahren starb Theodor Fontane am 20. September 1898 in Berlin.

 

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