Karl Carstens
Kurzbiografie:
Karl Carstens wurde am 14.12.1914 in Bremen geboren.
Sein Vater fiel bei Beginn des Ersten Weltkriegs noch vor seiner Geburt.
Nach seinem Abitur 1933 begann Carstens ein Studium der Rechtwissenschaften und der politischen Wissenschaften an den Unis von Frankfurt/Main, Dijon/Frankreich, München, Königsberg und Hamburg (1936 absolvierte er die erste und 1939 die zweite juristische Staatsprüfung.
Im Zweiten Weltkrieg leistete er seinen Kriegsdienst bei der Flakartillerie.
1940 trat er widerwillig in die NSDAP ein, da ihm berufliche Nachteile sonst seine Karriere verbaut hätten. Er ging nie einer aktiven Mitgliedschaft in der Partei nach.
1948/49 studierte Carstens mit einem Jahresstipendium an der amerikanischen Yale-Universität in New Haven/Connecticut.
Von 1949 bis 1954 war er als Rechtsberater des Bremer Senats und Bevollmächtigter Bremens im Bund.
1954/55 war er Vertreter der BRD beim Europarat in Straßburg und ´55 Eintritt in die CDU.
1961 wurde er zum ständigen Vertreter des Bundesaußenminister Brentano und später von dessen Nachfolger Gerhard Schröder (nicht der heutige Bundeskanzler).
1968/69 Chef des Bundeskanzleramtes bei Kurt Georg Kiesinger und Staatssekretär der Bundesregierung.
Als es 1969 zu Bildung einer sozial-liberalen Koalition kommt, scheidet Carstens aus dem Staatsdienst aus.
Von 1972 bis 1979 Mitglied des Bundestages für die CDU.
1976 wurde er Bundestagespräsident.
1979 schlug die CDU/CSU-Fraktion Carstens als neuen Bundespräsidenten vor. Starken Widerstand ging dabei von der SPD und der FDP aus, denn die warfen ihm seine frühere Mitgliedschaft in der NSDAP vor.
Am 23.5.1979 wurde Carstens neuer Bundespräsident.
Nach einer Amtsperiode löste ihn am 23.5.1984 Richard von Weizsäcker als neuen Bundespräsidenten ab.
Am 30.5.1992 starb Carl Carstens in Meckenheim bei Bonn.
weitere Informationen zur Person(externe Quelle)
politische Leistungen:
Karl Carstens stellte sich in seinen Reden als Fürsprecher von Leistungswillen, Einsatzwillen, und Pflichtbewusstsein dar. Er bemühte sich um strenge Objektivität und beweist bei vielen Gelegenheiten Würde, Stil und politische Sensibilität und er suchte stärker den Dialog zur Jugend.
1980 führten ihn seine Staatsbesuche nach Irland und nach Portugal. 1981 besuchte er Indien, Spanien, Rumänien und zur Vertretung der NATO in Brüssel, wo er sich gegen eine einseitige Abrüstung ausspricht.
Im Januar 1982 begleiteten etwa 2000 Menschen den Bundespräsidentenlauf seiner Wanderung in einem Waldgebiet zwischen Hattlingen und Essen. Carstens hatte bereits seit 1979 von der Ostsee bis zu den Alpen zu Fuß durchquert.
Staatsbesuche ´82 führten ihn nach Jamaika, in die Schweiz, nach China und Italien. Im November nahm er an Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen sowjetischen Staats- und Parteichef Breschnew teil und traf dort zum ersten Mal auf den Regierungschef der DDR Erich Honecker.
Nachdem die Regierung Schmidt durch ein konstruktives Misstrauensvotum der CDU/CSU und der FDP abgelöst wurde verfügte Carstens am 7.1.1983 die Auflösung des Landtages und setzte Neuwahlen an.
Diese rechtlich nicht unumstrittene Entscheidung Carstens wurde im Februar ´83 vom BundesVerfassungsgericht bestätigt.
Carstens besuchte als erster deutscher Bundespräsident Jugoslawien (heute: Serbien-Montenegro), des weitern besuchte er die USA und fiel dort auch gleich ein Reden vor dem amerikanischen Kongress und vor der UN-Vollversammlung.
1984 führte ihn sein letzter Staatsbesuch nach Indonesien.
Am 23.5.1984 trat Richard von Weizsäcker die Nachfolger von Karl Carstens an. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt hält sich Carstens aus allen politischen Aktivitäten heraus.
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