Johannes Rau
Kurzbiografie:
Johannes Rau wurde am 16.1.1931 in Wuppertal-Barmen geboren.
Bereits als Gymnasiast engagierte sich Rau in der Bekennenden Kirche und in Bibelkreisen. 1948 brach er die Schule ab und verließ das Gymnasium.
1949-51 machte er eine Lehre als Verlagsbuchhändler in Wuppertal. Parallel dazu engagierte er sich politisch und wurde journalistische tätig. So arbeitete er als freier Mitarbeiter für die Westdeutsche Rundschau, die in Wuppertal herausgegeben wurde. Seine Beiträge befassen sich vor allem mit kirchlichen und kulturellen Themen.
Anschließend arbeitete er als Verlagsbuchhändler in seinem Lehrbetrieb und ab ´53 Vertreter im Luther-Verlag und beim Eckart-Verlag in Witten. 1957 Eintritt in die SPD.
Von 1958-1999 Mitglied des Nordrhein-Westfälischen Landtages.
1966-1974 Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages.
1969/70 Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal. Anschließend die nächsten acht Jahre Minister für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen. Rau initiierte unter anderem die Gründung der fünf Nordrhein-Westfälischen Gesamthochschulen in Duisburg, Essen, Paderborn, Siegen und Wuppertal. 1974 kam die Fernuniversität Hagen noch hinzu.
1978-1998 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. In seine Amtszeit fielen vor allem die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Bundeslande in folge der Kohle- und Stahlkrise. 1984 legte er das viel beachtete Konzept "Landesinitiative Zukunftstechnologien" und ein umfassendes Umweltschutzprogramm vor. In seine Amtzeit fielen vier Landtagswahlen. Die ersten drei 1980, 1985 und 1990 gewannen die Sozialdemokaten souverän, d. h. die SPD erreichte die absolute Mehrheit. Lediglich 1995 erreichte man nur die einfache Mehrheit (es kam zu Bildung einer Rot-Grünen-Koalition). Seine vorrangigen Ziele waren der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und ein wirksamer Umweltschutz.
1982/83 und 1994/95 war er in seiner Funktion als Ministerpräsident turnusgemäß Bundesratspräsident.
1985 nominierte die SPD RAU als Bundeskanzlerkandidaten für die Wahlen 1987. Bei diesen Wahlen kam die SPD aber nur auf 37% und es kam nicht zum Regierungswechsel. Bei der Montan-Konferenz im Februar 1988 mit Bundeskanzler Kohl erreichte Rau in seiner Funktion als nordrhein-westfälischer Ministerpräsident den Beschluss eines umfassenden Hilfsprogramms für eine Beschleunigung des wirtschaftlichen Strukturwandels im Ruhrgebiet.
1990-1994 Vorsitzender des Vermittlungsausschusses von Bundestag und Bundesrat. Am 13.9.1993 nominierte der SPD-Parteivorstand Johannes Rau für das Amt des Bundespräsidenten.
Im dritten Wahlgang unterliegt Rau Roman Herzog mit knapp 90 Stimmen.
1997 Verleihung der Ehrendoktorwürde der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum.
1998 gab er seinen Rückzug aus allen nordrhein-westfälischen Ämtern gekannt. Am 23.Mai Rücktritt als nordrheinwestfälischer Landesvorsitzender der SPD. Am 27.Mai Rücktritt als Ministerpräsident, sein Nachfolger wurde Wolfgang Clement. Am 2.November wurde Rau als Kandidat der SPD für das Amt des Bundespräsidenten nominiert.
Am 23.5.1999 wurde Johannes Rau zum achten Bundespräsidenten der Bundesrepublik gewählt.
Er trat damit die Nachfolge von Roman Herzog an.
Johannes Rau gibt sein Amt 2004 wieder ab ein Nachfolger ist zu heutigen Zeitpunkt noch nicht gefunden.
weitere Informationen zur Person(externe Quelle)
politische Leistungen:
Im Dezember besuchte er trotz jugoslawischer Kritik deutsche Kfor-Soldaten im Kosovo.
Im Jahr 2000 hielt Rau als erster deutscher Bundespräsident eine Rede in deutscher Sprache vor dem israelischen Parlament, in Jerusalem. Er entschuldigte sich für die Judenverfolgung während des Nationalsozialismus in Deutschland.
Am 1.6.2000 eröffnete Rau die Weltausstellung in Hannover. In seiner Eröffnungsrede für die Expo 2000 rief er die Deutschen auf, sich gastfrei, tolerant und weltoffen zu zeigen. Die Expo werde "aufregend, wenn wir neugierig werden, wie die anderen leben.
Im März 2004 entging Rau, auf seiner Afrikareise, nur knapp einem terroristischen Anschlag.
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